Auf TikTok entstehen täglich neue Fitness- und Gesundheitstrends. Vor allem junge Menschen lassen sich von viralen Challenges, Routinen und Ernährungsvideos motivieren. Doch wie viel Substanz steckt hinter diesen Hypes? Drei aktuelle Trends im Check.
1. 75 Soft Challenge – Fitness mit Alltagsfaktor
Die „75 Soft Challenge“ ist eine gemäßigte Version der extremen 75 Hard Challenge. Sie fordert:
- 45 Minuten Bewegung am Tag (auch moderate Aktivitäten wie Spaziergänge)
- Gesunde, unverarbeitete Ernährung ohne Cheat-Days
- Täglich 3 Liter Wasser trinken
- Jeden Tag ein Kapitel in einem Sachbuch lesen
Im Gegensatz zum Original ist 75 Soft deutlich alltagstauglicher und zielt auf langfristige Gewohnheitsänderung statt auf kurzfristige Disziplin. Besonders junge Erwachsene nutzen diese Routine, um ihre Selbstorganisation zu stärken. Der psychologische Vorteil: Es geht nicht um Perfektion, sondern um Konsistenz.
2. Mobility Routines – mehr Beweglichkeit, weniger Schmerzen
Ein weiterer wachsender Trend auf TikTok sind sogenannte Mobility Routines. Unter Hashtags wie #mobilityroutine oder #morningmobility posten Creator Dehnübungen, die Gelenke und Faszien gezielt ansprechen. Im Unterschied zu klassischen Dehnübungen fokussieren diese Sequenzen auf aktive Beweglichkeitsarbeit – etwa Hüftmobilisation, Schulterrotationen oder Wirbelsäulenbewegung.
Gerade für Menschen, die viel sitzen oder einseitige Bewegungsmuster haben (z. B. durch Arbeit oder Gaming), bieten solche Routinen einen echten Mehrwert. Studien zeigen: Regelmäßige Mobilitätsarbeit verbessert Haltung, lindert Verspannungen und kann Verletzungen vorbeugen. Besonders beliebt: kurze 5–10-Minuten-Videos für den Start in den Tag.
3. What I eat in a day – Vorbild oder Problem?
„What I eat in a day“-Videos sind fester Bestandteil des TikTok-Food-Universums. Nutzer dokumentieren, was sie über den Tag verteilt essen – häufig mit Fokus auf gesunde Ernährung, Kalorienreduktion oder Muskelaufbau. Das kann inspirieren, birgt aber auch Risiken:
- Die vorgestellten Portionen und Lebensmittel sind oft nicht ausgewogen oder realistisch.
- Einige Creator zeigen extrem kalorienarme Tagespläne, die ein ungesundes Körperbild fördern können.
- Essstörungen werden teilweise romantisiert oder bagatellisiert.
Wer sich über gesunde Ernährung informieren möchte, sollte sich auf wissenschaftlich fundierte Quellen verlassen, etwa die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).
Fazit: Inspiration mit Verantwortung
TikTok kann junge Menschen zu mehr Bewegung und bewussterem Lebensstil motivieren – das ist zweifellos ein positiver Trend. Wichtig ist jedoch, zwischen sinnvollen Gewohnheiten und gefährlichem Halbwissen zu unterscheiden. Wer die Plattform als Impulsgeber nutzt, sollte immer auch auf seinen Körper hören und im Zweifel Fachwissen hinzuziehen.
Hinweis: Dies ist ein redaktioneller Beitrag zu Informationszwecken im Bereich Fitness, Gesundheit und Social Media. Wir übernehmen keine Gewähr für die Vollständigkeit oder Richtigkeit der Angaben. Für individuelle Trainings- oder Ernährungsfragen wenden Sie sich bitte an qualifizierte Fachpersonen.